Kontakt

Navigation

040-28806801

März 2024 – Zahn­pflege im Alter

Wenn ältere Menschen pflegebedürftig werden, wirkt sich das auch auf ihre Zahn- und Mundpflege aus. Diese kann in der Regel nicht mehr so einfach und sorgfältig erfolgen wie früher. Deshalb sollten Senioren und ihre Angehörige ein besonderes Augenmerk auf die Mundhygiene legen und bestimmte Dinge beachten. Gerade bei älteren Menschen ist die Mundgesundheit wichtig für die Lebensqualität und die Allgemeingesundheit. Gesund beginnt im Mund – das gilt insbesondere für diese Patientengruppe.

Tipps und Hinweise und zur Zahn- und Mundpflege:

  • Eingeschränkte Zahnpflege: Ältere Menschen leiden häufig unter motorischen Einschränkungen ihrer Arme und Hände. Sie können daher die beim Zähneputzen notwendigen feinen Bewegungen oft nicht mehr ausführen. Eine elektrische Zahnbürste kann hier eine wichtige Hilfe sein. Sie führt die Putzbewegungen teilweise automatisch aus und nimmt dem Benutzer einen Großteil der schwierigen Feinarbeit ab.
  • Mundgesundheit fördert Allgemeingesundheit: Eine gute Mundhygiene mit regelmäßiger professioneller Zahnreinigung verringert die Bakterienzahl und Entzündungen im Mundraum. Dadurch kann vor allem eine Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparates) eingedämmt oder sogar verhindert werden. Die Parodontitis ist bei älteren Menschen weit verbreitet und belastet auch die Allgemeingesundheit. Sie steht in engem Zusammenhang mit Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. Herzinfarkt und Schlaganfall) sowie Diabetes und Rheumatoider Arthritis.
  • Kontrolle des gesamten Mundes: Erkrankungen von Zähnen, Veränderungen an Zahnfleisch und Mundschleimhaut oder Probleme durch Zahnersatz wie Druckstellen werden von älteren Patienten manchmal erst spät oder gar nicht wahrgenommen und mitgeteilt. Auf eventuelle Veränderungen sollten pflegende Angehörige bei der täglichen Mundhygiene besonders achten.
  • Kontrolltermine in der Praxis: Auch ältere Patienten sollten in regelmäßigen Abständen Kontrolltermine beim Zahnarzt wahrnehmen. Die sind besonders wichtig, um Erkrankungen und andere Probleme zu erkennen und entsprechend rechtzeitig eingreifen zu können.
  • Mundtrockenheit: Ältere Menschen leiden oft an Mundtrockenheit. Ein trockener Mund vermindert die Selbstreinigung der Zähne sowie ihre Remineralisierung, begünstigt Erkrankungen und führt darüber hinaus zu Mundgeruch. Achten Sie daher auch aus diesen Gründen auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
  • Prothesenreinigung: Herausnehmbare Prothesen müssen nach jedem Essen, mindestens jedoch zweimal täglich, gereinigt werden. Benutzen Sie dafür eine weiche Zahnbürste oder eine spezielle Prothesenbürste. Verwenden Sie keine normale Zahnpasta. Diese könnte die Oberfläche der Prothese aufrauen und damit die Anhaftung von Belägen begünstigen. Nehmen Sie stattdessen ein mildes Reinigungsmittel aus der Apotheke bzw. Drogerie oder normale Flüssigseife.

Sie sollten sich unmittelbar in der Praxis melden, wenn Sie folgende Symptome feststellen:

  • Veränderungen / Verfärbungen an Zähnen oder Schleimhäuten
  • Blutungen, Schwellungen, Rötungen, Berührungsempfindlichkeit des Zahnfleischs
  • Nicht abheilende Wunden im Mund
  • Schmerzen im Bereich der Zähne, Kaumuskeln, Kiefer, Kiefergelenke
  • Beschädigte oder „wackelige“ Prothesen
  • Druckstellen und Schmerzen durch Zahnprothesen

Auch bei der Auswahl von neuem Zahnersatz gilt es übrigens, die eingeschränkte Motorik älterer Menschen zu berücksichtigen. Dieser sollte gut zu handhaben und leicht zu reinigen sein.

 

Zur nächsten News dieses Monats: Zähneputzen allein reicht nicht